Juergen Winkler bei der Tafel in Brackenheim

Teilhabe an unserer Gesellschaft aus der Sicht der Diakonischen Bezirksstelle in Brackenheim

Teilhabe an unserer Gesellschaft aus der Sicht der Diakonischen Bezirksstelle in Brackenheim, der Anlaufstelle in der Region. Gedanken aus dem Gespräch mit  Matthias Rose am 11.12.2015

Besuch bei der mobilen Tafel Zabergäu

Dieses Angebot erfreut sich seit seiner Gründung immer größeren Zuspruchs. Durch die vielen internationalen Neubürger in Brackenheim und Umgebung kommt man in dem Team von ca. 35 Menschen jetzt aber nach und nach an Grenzen.

Bei einem persönlichen Besuch am 11.12.2015 verschaffte ich mir einen Eindruck. Sowohl die Räumlichkeiten im evangelischen Gemeindehaus in Brackenheim als auch die von Händlern und Herstellern aussortierten Waren stößt an Grenzen. Deshalb gibt es in der Gruppe, an der sich auch Matthias Rose beteiligt, Diskussionen über die Möglichkeiten, wie die Tafelmobil Zabergäu in Brackenheimer , einer mobilen Aussenstelle des Kreisdiakonieverbandes Heilbronn  der Weiterführung unter diesen neuen Voraussetzungen weitergeführt werden kann. Wünschenswert wären sowohl mehr ehrenamtliche Mitarbeiter als auch mehr Anerkennung der bereits Aktiven. Hier wünscht sich Matthias Rose auch mehr Unterstützung staatlicherseits.

Juergen Winkler im Gespraech bei der Tafel Brackenheim

Wohnungsmangel im Ländle

Schon viele Jahre weisen die diakonisch und karitativ Aktiven auf ein Problem hin, das durch die zu uns Flüchtenden jetzt noch verschärft wird; den Mangel an bezahlbarem Wohnraum.  Dabei ist hier an der Basis durchaus das Bewusstsein vorhanden, dass die umfassenden Mieterrechte manche Vermietung verhindern. Diese sollen auch nicht eingeschränkt werden, aber eine Möglichkeit in der derzeitigen extremen Situation wäre, dass Kommunen oder der Landkreis , eine begrenzte Zeit lang anbieten, für eventuelle Folgekosten, wie z.B. überdurchschnittliche Renovierungskosten, Räumungskosten oder ähnliches aufzukommen. Dies könnte Skeptiker überzeugen, ihre Immobilie zu vermieten. Das Thema Verbot von Fehlnutzung wäre evtl. auch auf dem Land ein Thema und nicht nur in großen Städten.

Wie soll es weitergehen mit dem sozialen Wohnungsbau? Sowohl Gemeinden als auch der Landkreis müssen hier aktiv werden, denn dieses Thema wurde zu lange vernachlässigt. Immerhin ging die Zahl der Sozialwohnungen in den letzten Jahren von 4 auf 1,5 Millionen Wohnungen in der Bundesrepublik zurück.

 

Anerkennung, Würdigung des Ehrenamts

 

Wir erleben derzeit eine Blüte des Ehrenamts. Um diese Blume am Blühen zu halten und für weitere zukunftsfähige Knospen an dieser Pflanze zu sorgen, muss es einen gesellschaftlichen Konsens zur Förderung aller, die sich freiwillig engagieren, geben. Dies könnte von kostenlosen Fahrkarten über Beiträge zur Rentenversicherung bis zu Vergünstigungen bei ……………………… reichen.

Freiwilligendienst für alle?

Unsere Gesellschaft fällt immer mehr auseinander, auf der einen Seite die Akteure und auf der anderen die Zuschauenden. Deshalb wäre auch die Einführung eines verpflichtenden Freiwilligendienstes für junge Menschen  eine Überlegung wert.

 

Zweiter Arbeitsmarkt

Alle sprechen von Vollbeschäftigung und niemand macht sich in der derzeitigen Situation Gedanken über Menschen, die schon immer schlecht bzw. gar nicht vermittelbar waren. Es ist eine Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft Menschen gibt, die nur begleitet oder mit Unterstützung einer Arbeit nachgehen können. Arbeitsplätze für diese Menschen werden immer weniger, die Personen wird es aber immer geben. Hier müssen wir uns alle Gedanken über neue „Arbeitsmärkte“ (zweite, dritte oder vierte) machen. Für alle Beteiligten und auch für den Steuerzahler ist es besser, wenn jemand am Leben und am Arbeitsleben teilnimmt, auch mit Unterstützung, als dass er oder sie das Haus nichtmehr verlässt.

Verwandte Artikel