Bildung vor Ort

Bildung vor Ort

Bildungspolitik und Inklusion

Gute Schulen  für Alle braucht das Land… aber auch Ruhe und Planungssicherheit in der Schulentwicklung.

Über mehrere Legislaturperioden des Landes Baden-Württemberg hinweg wurden immer wieder Veränderungen an unserer Schullandschaft, teilweise deutlich überstürzt, vorgenommen.

So hat die letzte CDU-geführte Landesregierung mit der Brechstange das 8-jährige Gymnasium eingeführt ohne den Lehrplan  genauer darauf abzustimmen. Auf  Druck  von Eltern und Verbänden entstanden unter Grün-Rot  im Land wieder über vierzig 9-jährige Gymnasien.

Schon seit vielen Jahr schrumpft die Hauptschule im Land. Dem hatte die Vorgängerregierung nichts entgegengesetzt und konzeptionell keine Alternativen entwickelt. Deshalb war es am Beginn der jetzigen Regierungszeit überfällig, auch im Hinblick auf das Schulsterben im ländlichen Raum, neue Wege in der Schulentwicklung zu gehen.

Nachdem das pädagogische Konzept der Gemeinschaftsschulen selbst CDU-Bürgermeister überzeugte, führte die Landesregierung das freiwillige Angebot der Umwandlung von allen Schultypen in Gemeinschaftsschulen ein. Die Starter-Schulen  kommunizierten ihre  Bildungserfolge im ganzen Land und immer mehr Schulen machten sich, teilweise in Rekordtempo, auf den Weg und entwickelten individuelle Konzepte. Die neue Schulart in ihrer Weiterentwicklung zu begleiten, wird in der nächsten Legislaturperiode die vordringliche Maßnahme des Kultusministeriums und der Schulträger sein.

Als Mann vom Land sehe ich die Einführung der Gemeinschaftsschule positiv und als Vater zweier Kinder hatte ich den Eindruck, dass so manche Entscheidung die weiterführende Schule betreffend zu früh für das Kind war. D.h. neben dem für mich positiv besetzten pädagogischen Konzept bringt die Gemeinschaftsschule auch die Möglichkeit, ländliche Schulstandorte zu erhalten und „Spätzündern“ mehr Chancen offen zu halten. Des Weiteren bietet das Ganztageskonzept mehr Chancengleichheit und Entlastung für die Familien. Durch die seit diesem Schuljahr eingeführte Verpflichtung, den Lernstand zu Beginn der 5. Klasse zu ermitteln, sind wir dem Ziel der individuellen Förderung unserer Kinder wieder einen Schritt näher gekommen.

Ich wünsche mir, dass die jetzt eingeführten Änderungen Zeit bekommen, umgesetzt, erprobt und weiterentwickelt zu werden, ohne Schulen zur Gemeinschaftsschule zu drängen. Ich denke aber, dass die Gemeinschaftsschulen mit mindestens zwei Schulabschlussmöglichkeiten neben dem Gymnasium eine der beiden dauerhaften Säulen unseres Schulsystems sein wird.

 

 

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